Was ich mache, wenn ich mich dabei ertappe, anderen ins Wort zu fallen.

Als sehr intuitiver Mensch spüre ich in Coachings sehr schnell, oft noch während meine Klienten erzählen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Dann ertappe ich mich manchmal dabei, dss ich unterbreche.

„Oh!“, denke ich mir dann. Denn obwohl es ganz menschlich ist, sich sofort in ein Gespräch einzumischen, ist es gleichzeitig störend und irritierend. Ganz unabhängig davon, was ich zu sagen habe.

Es hat Folgen, andere zu unterbrechen…

Vielleicht neigen Sie auch dazu, anderen ins Wort zu fallen und vielleicht haben Sie – wie ich manchmal – gleichzeitig ein schlechtes Gewissen? Das ist der erste Schritt, dieses störende Verhalten zu ändern, denn es zeigt, dass Sie sich unwohl damit fühlen.

Es hat aber noch weitere Konsequenzen, wenn man andere unterbricht, zum Beispiel:

… fühlt sich das Gegenüber nicht wirklich angehört oder gar ernst genommen, wenn’s Gespräch nicht vollständig ausgesprochen ist.

… wird der Gesprächsfluss buchstäblich unterbrochen, was dazu führt, dass manche Gedankengänge und Erkenntnisse dabei verloren gehen.

… täuscht man sich manchmal mit seiner Annahme und unterstellt versehentlich etwas.

Es lohnt sich also, wenn wir Ungeduldigen, uns hier etwas mehr zügeln lernen.

Meine konkreten Tipps (praxiserprobt :-))

– Tipp 1: Notizen machen und die Intuition nachher ansprechen…

Damit der Rede-Flow nicht gestört wird, mache ich mir bei wichtigen Gedanken, während des Gesprächs, nebenbei Notizen. So unterbreche ich mein Gegenüber nicht und nehme auch nicht unabsichtlich Einfluss. Durchs Aufschreiben stelle ich sicher, dass mir nichts Wichtiges entgeht und kann es nachträglich ansprechen – oft sogar konkreter, weil ich noch mehr Informationen bekommen habe.

– Tipp 2: Geduldig warten, bis alles ausgesprochen ist.

Der simpelste Tipp ist natürlich abzuwarten, bis der andere fertig ist. Meistens gelingt mir das, wenn ich mich innerlich daran erinnere, neugierig zu bleiben und freundlich abzuwarten sowie Blickkontakt halte. Denn ich selbst weiß ja, was ich sagen will – doch ich weiß noch nicht, was mein Gegenüber alles sagt. Eine gute Idee ist es auch, zwischendurch bestätigend oder verstehend zu nicken. Das signalisiert volle Aufmerksamkeit und bringt sogar noch weitere wichtige Details heraus, weil der andere das ausspricht, was er fühlt und denkt – bis zum Ende

– Tipp 3: sich bremsen, wenn die Geduld nicht gleich klappt

Natürlich: Wenn man von der schnellen Truppe ist, dann ist es nicht so einfach – von Ungeduld – auf Geduld – zu schalten. Dann kann es in der ersten Zeit wichtig sein, sich innerlich mit kleinen Helferlein zu bremsen.

Zum Beispiel:

o kurz und langsam durchatmen
o auf 10 zählen
o einen Schluck Wasser trinken

… statt gleich den Mund aufzumachen.

Merke:

Üben bringt’s und jedes Mal gelingt’s besser! Zufriedenstellende Gespräche sind unvergessliche Geschenke. Und wenn Sie doch wieder einmal jemandem ins Wort fallen sollten, dann entschuldigen Sie sich einfach.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

Ihr Coach

Renate G O O D